Heimatmuseum Bergneustadt - ein Besuch
Heimatmuseum Bergneustadt
Unser Besuch am 16. Juni 2026
Zehn Vereinsmitglieder machten sich auf den Weg ins oberbergische Bergneustadt, um dort das Heimatmuseum in der Altstadt während einer etwa zweistündigen Führung zu erkunden.
Auch wenn die Drolshagener Nachbarstadt finanziell wenig auf „Rosen gebettet“ ist, so erstaunt es umso mehr, dass dort ein eigenes kleines Museum unterhalten werden kann.
Schlüssel dafür war ein größeres Interesse aus der Bergneustädter Bürgerschaft schon um das Jahr 1950, so dass ein wirklich sehenswertes kleines Museum, das hauptsächlich aus Nachlässen und von Erbschaften profitierte, eingerichtet, später erweitert und modernisiert werden konnte. Dieses wird bis heute ehrenamtlich betrieben und hat seine Pforten immer von dienstags bis sonntags zwischen 11-17 Uhr geöffnet.
Die Stadt Bergneustadt entstand um 1300 zunächst als eine kleine Festung, wovon im Innenraum ein Relief Zeugnis gibt, das anhand historisch fundierter Aussagen und Fundstellen nachempfunden wurde.
Zu dem mehrstöckigen Fachwerkgebäude gehört auch ein größeres Außenareal von deren gepflasterter Anhöhe sich ein wunderbarer Blick über Bergneustadt erstreckt und dessen Innenhof mit großen Sonnenschirmen überspannt werden kann. Dieses tolle Ambiente wird gerne für Empfänge, aber auch als spezielle Hochzeit-Location genutzt und vermietet, was ebenfalls zur Unterhaltung des Museums gut beiträgt.
Ebenfalls im Außenbereich zu finden sind noch ein sog. alter „Backes“, wo auch heute noch tlw. nach traditioneller Art Teigwaren ausgebacken werden können, des Weiteren eine Schmiedewerkstatt sowie eine größere Remise, um Gerät zu lagern. Auch das Innere des Gebäudes verfügt über zwei große Räume mit bis zu 70 Plätzen; einer davon ist eine Art Empore, die gerne für Sektempfänge o.ä. eine Nutzung finden. Große Gemälde zieren hier die Wände, wovon einige Werke von dem aus Bergneustadt gebürtigen Maler Köster (früher Mitglied der sog. „Münchner Schule“) stammen. Sein Spezialgebiet waren Darstellungen mit Enten. Dabei erzielen wohl seine Werke bis zu 35.000 € je dargestellter Ente.
In den Kellerräumen haben seinerzeit Grabungen stattgefunden, bei dem u.a. ein alter Festungsturm tlw. freigelegt, aber auch ein sog. Landsknechts-Saal eingerichtet wurde, an dessen Tisch etwa ein Dutzend Gäste Platz nehmen können. Auch heute noch sind bis zu 12„Landsknechte“ aktiv, die sich sehr für den Erhalt des Museums mit einsetzen und oft mit ihren traditionellen Trachten bei Umzügen dabei sind. Genauso befinden sich in den Räumen noch eine Münzsammlung mit den Orden der Bergneustädter Schützen sowie alte Wohnstuben mit teils typisch bergischen Einrichtungen, teils aber auch aus dem Raum Köln mit altem Porzellan und Besteck, die tlw. auch für Kaffeetafeln in besonderer Umgebung gemietet werden können.
Weitere Räume in den oberen Geschossen mit alter Schuleinrichtung sowie zu verschiedenen alten Handwerken (wie Schusterei, Tischlerei, Spinnerei und Gerberei) mit entsprechendem Zubehör (teils auch mit Bezügen zu alten Bergneustädter Firmen wie Krahwinkel oder einem Unternehmen, das sich auf die Herstellung von speziellem Fotozubehör wie Stativen u.ä. spezialisiert hatte) schließen sich im Rundgang an.
Ganz unterm Dach befindet sich noch eine große Ausstellung über Feuerwehrhelme aus verschiedenen Epochen und aus allen Teilen der Welt, die ein Dietmar Koch zusammengetragen hat.
Ein erlebnisreiches Ziel für jeden heimatgeschichtlich Interessierten.
Thorsten Scholemann
