25 Brennerei Wienke

Gerberstraße

Die Brennerei Wienke war um 1900 der größte Steuerzahler Drolshagens. Neben klaren Spirituosen stellte Firmengründer Carl Wienke, seit 1895 verheiratet mit der Olper Bäckerstochter Anna Katharina Harnischmacher, verschiedene Liköre, aber auch Essig, Fruchtsaftgetränke und Mineralwasser her. Zudem übernahm er die Vertretung der Dortmunder Union Brauerei. Zugpferd des Herstellungsprogramms war jedoch der „Echte Drolshäger“, ein Wacholderschnaps, der nach Auskunft Drolshagener Soldaten des I. Weltkrieges sogar in Königsberg gekauft werden konnte. Das Geschäft wurde ab den 1930er Jahren von dem 1901 geborenen Sohn Emil Wienke weitergeführt, der mit Mathilde Schütte verheiratet war. Bei dem Einzug der Amerikaner zum Ende des II. Weltkrieges schlug eine Granate in das Haus ein und setzte es in Brand. Dank eines französischen Zwangsarbeiters wurde die Familie gerettet. Die Brennerei wurde nach Kriegsende nicht mehr weitergeführt, das Haus jedoch teilweise auf den alten Grundmauern wieder aufgebaut und heute von den Nachfahren der Familie Wienke bewohnt.

 

Zusammenfassung

Das von Gustav Stachelscheid um 1840 erbaute Haus erbte dessen Sohn Heinrich, der hier neben seinem Beruf als Amtsrentmeister eine Destillation- und Likörfabrik gründete. Um 1900 erwarb der Brenner Carl Wienke das Anwesen und führte das Geschäft fort. Die Schnapsbrennerei ward bekannt durch den hervorragenden Wacholder. Nach und nach stellte Wienke verschiedene Liköre her. Das Haus wurde im Mai 1945 beim Beschuss vollständig zerstört.