14 Papierwarenfabrik Willeke

Kirchplatz 6

Der aus Paderborn stammende Albert Willeke heiratete 1884 nach der Geschäftsgründung Elise Börsch, die Schwester des Gymnasialprofessors und Schriftstellers Dr. Josef Börsch. Er verkaufte zunächst Bücher, Rosenkränze und Kruzifixe sowie Schreibwaren. Das von ihm erworbene Haus am Kirchplatz erweiterte er 1913 und nahm die Produktion von Kartonagen auf. Sein Sohn Hermann, eins von acht Kindern, bereiste derweil Deutschland, um Aufträge für Feldpostschachteln, Tüten und Packpapier zu erhalten. Seit 1915 prägte Hermann Willeke das Gesicht des Unternehmens. Er mietete den nicht abgerissenen Flügel des alten Zisterzienserklosters, weitete die Kartuschendeckel-Produktion aus und spezialisierte sich nach Kriegsende auf die Herstellung von Papiertüten und -beutel. Hier beschäftigte er 20 Mitarbeiterinnen. Seine Vaterstadt hat Hermann Willeke viel zu verdanken, so stiftete er 1924 gemeinsam mit dem Fabrikanten Johann Schwarte der Kirche zwei Glocken und nach dem II. Weltkrieg die 7.500 kg schwere „Christ-König-Glocke“, im Volksmund in Erinnerung an den Stifter „Dicker Hermann“ genannt.

 

Zusammenfassung

Seit 1877 Stammhaus der Firma Willeke, gegr. von Albert Willeke, weitergeführt von Hermann Willeke. Zunächst Buch- und Schreibwarenhandlung, später Drolshagener Papierwarenfabrik. Produziert wurden während des I. Weltkrieges Kartuschendeckel, in Friedenszeiten Tüten und Beutel. Aus der Firma ging das heute bedeutende Drolshagener Unternehmen GSD – Gerhard Schürholz Drolshagen, hervor.