13 St. Clemens Kirche

Kirchplatz

 

Im Jahr 1072 durch den hl. Anno gegründete romanische Hallenkirche, die dem hl. Clemens geweiht ist. Clemens war als Bischof von Rom der zweite oder dritte Nachfolger des Apostels Petrus, er wurde der Legende nach um das Jahr 100 als Märtyrer an einem Anker im Meer versenkt. Attribute bei seiner Darstellung sind Papstkrone und Anker, den Anker hat auch Drolshagen in seinem Stadtwappen. 1235 stiften Graf Heinrich III von Sayn und seine Gattin, Mechthildis von Landsberg dem Kloster der Drolshagener Zisterzienserinnen großes Grundeigentum und neben der Küsterei, der Mühle (QR 1) und dem Amtshof (QR 2) auch die Kirche. Noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts lassen die Nonnen die bisherige einschiffige Kirche vergrößern, wahrscheinlich wurden zu dieser Zeit die Wände des Mittelschiffs aufgestockt, die Decken eingewölbt und die beiden Seitenschiffe angebaut.

Als Drolshagen 1477 Stadtrechte erhielt und auch die Stadt ummauert wurde, baute man wenig später an die Kirche einen Turm, der aufgrund der Nähe zur Stadtmauer als Wehrturm genutzt wurde. Die schmiedeeiserne Jahreszahl an der Nordseite des Turms mit der halben Acht, also einer vier, weist auf das Baujahr 1491 hin. Zu dieser Zeit hatte die Kirche sieben Altäre. Durch die Ausweitung der Klosteranlage rückten die Gebäude der Nonnen immer dichter an die Stadtmauer und die direkt angrenzende Kirche heran, und nach Ende des 30-jährigen Krieges, in den 1650er Jahren, wurde der untere Flügel der Klosteranlage bis an den Turm gebaut, die Mauer durchbrochen und so ein Eingang für die Nonnen, direkt auf den Chor geschaffen. Im Jahr 1817 stürzte das Dach des Turms während eines heftigen Sturms ab, wurde auf das Kirchdach geschleudert, zerbrach der Länge nach in zwei Teile und fiel zu beiden Seiten über das Mittelschiff zu Boden. Zwar erhielt die Kirche einen notdürftigen Stumpfturm, die heutige Dachform des Turmes mit den auffälligen vier Ecktürmchen wurde jedoch erst 1874 geschaffen Wie durch ein Wunder überstand die Kirche die Feuersbrunst von 1838, als alle Häuser innerhalb der Mauern zerstört wurden.

Ende der 1960er Jahre wurde an die alte romanische Kirche ein moderner Neubau gesetzt, der 1969 geweiht wurde. Die umfassende Renovierung der alten Kirche St. Clemens, einschließlich der barocken Orgel, ist 2018 abgeschlossen worden.

An Einrichtungsgegenständen sind besonders hervorzuheben: Ein Taufstein und das Nordportal aus dem 13. Jahrhundert sowie eine gotische Pieta und ein Sakramentshäuschen aus dem 15. Jahrhundert. Barocker Herkunft sind die Kanzel mit Figuren der vier Evangelisten und des hl. Clemens, der Sebastian-Altar, die Kreuzigungsgruppe, der Orgelprospekt sowie verschiedene Heiligenfiguren. Vier dunkle Säulen im Chorraum aus Kalksinter sollen aus einer römischen Wasserleitung stammen, ihre Herkunft ist unsicher.

 

Zusammenfassung

Die St. Clemenskirche wurde in ihrem Ursprung im 11. Jahrhundert als Basilika erbaut. Seit dem 13. Jahrhundert gehörte sie zu dem benachbarten Zisterzienserinnen-Kloster, das sie zu einer dreischiffigen romanischen Kirche vergrößerte. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Turm errichtet, der als Wehrturm in die Stadtbefestigung eingebunden war. Ende der 1960er Jahre errichtete man an der Südseite einen modernen Anbau. Einige romanische, gotische und barocke Einrichtungsgegenstände haben die Zeit überdauert.