Jahreshauptversammlung 2020

 


Neue Gesichter im Vorstand und ein großes Projekt im Heimatverein für das Drolshagener Land 


 

Die Corona Pandemie hatte auch dem Heimatverein für das Drolshagener Land in diesem Jahr oft einen Strich durch die Rechnung gemacht. So konnte die alljährliche Mitgliederversammlung auch erst am 3. Juni 2020 stattfinden. Der Heimatverein hatte sich kurzfristig im St. Clemens-Haus eingemietet und in Abstimmung mit dem Ordnungsamt dort getroffen. Immerhin waren trotz der Coronakrise fast 60 und damit nur geringfügig weniger Personen gekommen als zu den bisherigen Mitgliederversammlungen. Leider, so stimmte der Vorsitzende Stephan Schlösser die Anwesenden in die Versammlung ein, ohne die ansonsten üblichen Ostereier, Brot und Bier beim gemütlichen Beisammensein in der Gaststube des Heimathauses.

In dem Jahresbericht stellte der Vorsitzende Dr. Stephan Schlösser das auch im vergangenen Jahr sehr umfangreiche, anspruchsvolle und dennoch meist kurzweilige Programm im Rückblick dar. Er berichtete u. a. von den historischen Vorträgen zu den „Stachelscheid Burgemesters“ (Dr. St. Schlösser), der Geschichte der Eisenbahn in Drolshagen (Sascha Koch) und den Anfängen der St. Clemens Kirche (Michael Bieker) sowie zur Geschichte der Deutschen in Russland in Zusammenarbeit mit „Kalinka e.V. Drolshagen“. Zu diesem Thema gab es auch eine Ausstellung wie auch eine zu Leben und Wirken des berühmten Drolshagener Sohns Heinrich Bone.

Auf politische Positionierung wiesen u.a. die Erstellung der Gedenktafel für alle Vertriebenen und Geflüchteten, die der Heimatverein erstellen ließ, das Gespräch zu "Frauen in der Politik" mit der Bundestagsabgeordneten Nezahat Baradari aus Attendorn, der Vortrag von Prof. Dr. Volker Kronenberg zum Thema: „Heimat in einer globalisierten Welt“, die Exkursionen zur NS-Ordensburg Vogelsang sowie zu Gedenkstätten der wohl grausamsten Schlacht während des II. Weltkriegs im Hürtgenwald, aber auch die Studienfahrt in die Europäische Hauptstadt Brüssel unter dem Leitthema "Europa, da komme ich her" hin. Anlässlich des 75. Jahrestags zur Befreiung von Auschwitz fand eine Lesung von Walter Wolf aus den Erinnerungen des sauerländischen Juden Hans Frankenthal an sein Überleben im KZ statt. Position bezog er auch mit dem Vortrag "Wie sinn-voll ist Heimat?“. Die Vorträge von Prof. Dr. Hubertus Halbfas im Rahmen des "Theologischen Forum" wurden ebenso weitergeführt.

Zum Markenzeichen des Heimatvereins sind die Aktivitäten des Arbeitskreises "Natur- und Landschaftsschutz" unter der Leitung von Leo Trumm geworden, der sich im vergangenen Jahr mit Arbeiten in den Biotopen des Heimatvereins und den Neuanpflanzungen mit alten heimischen Sorten auf der Obstwiese des Heimatvereins in Bleche (Simonspike) befasste. Die dort gepflanzten Bäume waren zuvor durch Mitglieder des Vereins unter Anleitung von Leo Trumm veredelt worden. Auch die Leiter der anderen Arbeitskreise wie der Geschichtswerkstatt (Dr. Peter Vitt), der Plattdeutschen Runde (Gertrud Schneider) und des Singekreises (Karl Heipel) stellten ihre Arbeit im Verlauf des vergangenen Jahres vor. Die Geselligkeit wurde intensiv mit den bodenständigen Frühstücken, den Weinabenden und dem Frühschoppen an Karnevalssonntag, aber auch bei dem alljährlichen Adventscafé gepflegt. Das von Karl-Heinz Harnischmacher über Jahre hin gepflegte Archiv kann nun über die Internetseite des Heimatvereins eingesehen werden. Die Pflege und den praxisnahen Ausbau der Internetseite hat Detlef Nießen weit vorangetrieben.

Eine Besonderheit des vergangenen Jahres war auch die Feier zum 40jährigen Bestehen der Plattdeutschen Runde, zu der neben Gästen und den aktuellen Teilnehmern auch einige der ersten Stunde gekommen waren. Die Kreativität der Drolshagener - vor allem Frauen - wurde in der Ausstellung "Handgemacht" jedermann sichtbar. Das vorgesehene Jahresthema "Wald" konnte aufgrund der Corona Krise nur mit einem Vortrag des Drolshagener Revierförsters Peter Heinemann angegangen werden. Die weiteren Themen werden im folgenden Jahr erneut präsentiert.

Auch die intensive Nutzung des Heimathauses stellte der Vorsitzende dar. Das Hauptthema des Abends "Anbau an das Heimathaus" wurde anschließend getrennt behandelt.

Aufgrund des schon länger angekündigten Rückzugs von Leo Trumm und Walter Wolf aus der Vorstandsarbeit wurden als neue Vorstandsmitglieder Petra Lütticke als stellvertretende Vorsitzende und Georg Melcher als Geschäftsführer einstimmig gewählt. Damit hat der Vorstand neue Kompetenzen gewonnen und sich gleichzeitig auffallend verjüngt. Der Vorsitzende dankte den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre Arbeit, die den Heimatverein in den letzten Jahren ein gutes Stück weitergebracht haben. Leo Trumms Arbeit sei zu einem Markenzeichen für die Arbeit des Heimatvereins geworden und Walter Wolf habe als Impulsgeber gerade in der inhaltlichen Arbeit dem Heimatverein eine zeitgerechte Richtung gegeben. Beide werden im erweiterten Vorstand des Heimatvereins weiter ihre Kompetenzen zur Verfügung stellen.

Projekt Anbau an das Heimathaus

In der Versammlung stellte der Vorstand und die Drolshagener Architektin Eva Maria Nebeling gemeinsam das Projekt eines Anbaus an das Heimathaus vor. Dieser diene, so der Vorsitzende Stephan Schlösser, den zeitgemäßen Anforderungen an ein barrierefreies Gebäude, das auch von der Öffentlichkeit genutzt werden könne, als auch als ein Haus für die Bürger Drolshagens sei. Neue Räume für kulturelle und Bildungsarbeit würden ebenso geschaffen wie eine notwendige Erweiterung der Buchstube. Dabei werde, sofern die Mitgliederversammlung dem Vorstand für die weitere Planung und Durchführung grünes Licht gebe, ein Gewinn für den Heimatverein, alle anderen Vereine und Kulturschaffenden aber auch für jeden Bürger in Drolshagen geschaffen. Der Anbau entspricht allen notwendigen gesetzlichen Vorgaben einschließlich Denkmalschutz und der Altstadt-Bausatzung der Stadt Drolshagen. Der Vorstand wies auch darauf hin, dass die Finanzierung mit den öffentlichen Mitteln über das Projekt „Heimat-Zeugnis“ des Landes NRW und einem weiteren Zuschuss von privater Seite gesichert sei, ohne dass Mittel des Vereins in Anspruch genommen werden müssten. Betont werden muss hier auch der bisherige und weiterhin geplante Synergieeffekt zwischen der örtlichen Bürgerstiftung und dem Heimatverein.

Die Architektin stellte anschließend im Detail und anhand von Grundrisszeichnungen und Ansichten den Anbau an das Heimathaus mit einem markant-unauffälligen Glasbau als Verbindung zwischen dem alten Heimathaus und dem neuen Gebäude vor. Dabei ging es um die Funktionalität und die Nutzungsmöglichkeiten, aber auch darum, die gegenwärtigen Vorschriften im Brandschutz und der Barrierefreiheit zu sichern.

In einer erwartungsgemäß kontroversen Fragerunde gab es kritische Anmerkungen zur derzeitigen Fassadengestaltung, während zur Funktion und der grundsätzlichen Ausrichtung von Anfang an Konsens herrschte. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Vorstand die Planung gemäß den vorgestellten Entwürfen weiterverfolgen solle, gab es ein einstimmges Votum für die Fortführung. Der Vorstand kann also damit die Planung und Ausführung vorantreiben. Der Vorsitzende forderte abschließend die Anwesenden auf, dem Vorstand alle Anregungen mitzuteilen, die einer weiteren Verbesserung des Entwurfes dienen könnten.

Detaillierte Informationen zum Anbau 2020 finden Sie hier

Nach dieser grundsätzlichen Zusage schloss der Vorsitzende Dr. Stephan Schlösser die Sitzung, bedankte sich bei den Teilnehmenden und wünschte ihnen einen gesunden Heimweg und baldiges Wiedersehen bei den Aktivitäten des Heimatvereins für das Drolshagener Land.