0 Zur Geschichte Drolshagens

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Parkplatz Mühlenteich - gegenüber Hotel zur Brücke (Start und Ziel des Rundgangs)

Zu der Stadt Drolshagen gehören neben der Altstadt noch weitere 57 Ortschaften und Wohnplätze mit insgesamt mehr als 12.000 Einwohnern auf einer Fläche von 67 km². Die dauerhafte Besiedlung begann wahrscheinlich im 9. Jahrhundert, 1184 wurde der Ort erstmals erwähnt und 1477 erhielt er die Stadtrechte. Die romanische Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert, das Kloster wurde 1232 gestiftet.

Die zum Kreis Olpe, Westfalen, gehörige Stadt liegt auf Höhen zwischen 350 und 500 m an der Lister-/Biggetalsperre in einer Mittelgebirgslandschaft des Rothaargebirges. Rund 40% der Fläche dienen der Landwirtschaft und 40% sind Wald.

Im Hochmittelalter gehörte die Region dem Geschlecht der Ravensburger aus dem Mechthild stammte, die den Grafen Heinrich III. von Sayn heiratete. Nach dessen Tod verkaufte sie den Besitz 1248 an den Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden, seither gehörte Drolshagen zum Herzogtum Westfalen, das wiederum dem Kurfürstentum Köln angeschlossen war. Vor Ort waren die adeligen Herren von Drolshagen.

Bereits seit 1167 wurde auf Drolshagener Gebiet durch Verleihung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa in einer Grube bei Iseringhausen Silbererz gefördert. Seit dem ausgehenden Mittelalter entstanden im südlichen Teil Drolshagens verschiedene Erzgruben und es wurde das geförderte Metall auf Hütten und Hämmern weiterverarbeitet. Im Jahr 1477 wurde Drolshagen durch den Kölner Kurfürsten Ruprecht das Stadtrecht verliehen, mit der Ummauerung hatte man schon zwei Jahre früher begonnen. Drolshagen schloss sich Anfang des 17. Jahrhunderts der Hanse an, zu dieser Zeit war die Stahlverarbeitung und das Gerberhandwerk von Bedeutung, das sich bis in das 20. Jahrhundert hielt. Seit 1658 fanden hier ein Wochenmarkt und drei Jahrmärkte statt.

Im Zuge der napoleonischen Kriege wurde unsere Region 1802 dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugeordnet, nach dem Wiener Kongress kam Drolshagen 1816 mit dem Herzogtum Westfalen unter Preußische Verwaltung. Im Jahr 1838 brannte die noch mittelalterliche Bausubstanz der Stadt innerhalb der Mauern komplett bis auf die Kirche ab. Der innerhalb von zwei Jahren vorgenommene Wiederaufbau mit der geraden Hauptstraße und den rechtwinklig abzweigenden Seitenstraßen prägt heute noch das Stadtbild. Von größeren Zerstörungen während des II. Weltkrieges blieb Drolshagen verschont.

Die Stadt war zwar noch bis in das 20. Jahrhundert agrarisch geprägt, doch begann die Industrialisierung schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und setzte seit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz 1903 verstärkt ein. Seit 1969 ist die niederländische Gemeinde Haskerland, heute Teil von De Fryske Marren, mit dem Hauptort Joure, Partnergemeinde von Drolshagen.

In den zu Drolshagen gehörenden Ortschaften sind besonders zum Besuch zu empfehlen: die sehr schön gelegene, schon Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnte Wassermühle in Eichener Mühle, die Kapelle St. Michael in Sendschotten mit einer Muttergottes-Statue, die in einer Prozession, dem „Ümmegang“, Anfang Juli durch die Flur getragen wird, die alte Kapelle „Maria Geburt“ in Hützemert und die barocke Wallfahrtskapelle „Rosenkranzkönigin“ in Wenkhausen. Alle Kirchen und Kapellen laden zum Verweilen ein, und in den Ortsteilen gibt es zudem noch manch romantischen Winkel in Gottes Natur zu sehen

Das Drolshagener Wappen ist durch das Kölner Kreuz in vier Abschnitte geteilt. Die je drei blauen Rauten in den Feldern eins und vier waren das Wappen der Herren von Drolshagen. Der Anker in den Feldern zwei und drei ist das Symbol des hl. Clemens, des Patrons der Pfarrkirche. Der Pfeil erinnert an den hl. Sebastian, dem seit der Stadtwerdung von der Schützengilde ein Altar gewidmet ist.

 

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