ANBAU 2020

Das Heimathaus des Heimatvereins für das Drolshagener Land ist zu einem zentralen Kulturzentrum für Stadt und Land Drolshagen geworden.  

Hier finden so gut wie alle Veranstaltungen des Heimatvereins statt: Vorträge und Diskussionen im großen Vortragssaal, gepflegte Gastlichkeit und Plattdeutsche Runden in der Gaststube, Ausstellungen und offene Singrunde im Brunnensaal, Konferenzen im Ofenzimmer usw. usw.. Darüber hinaus nutzen die politischen Parteien, gemeinnützige Träger, die Stadtverwaltung, der Kulturverein und andere Vereine das Heimathaus regelmäßig für ihre Veranstaltungen. Nicht zuletzt – und das seit Eröffnung des Heimathauses – befindet sich die Katholische Öffentliche Bücherei, die „Buchstube Heinrich Bone“, in dem denkmalgeschützten Haus. Auch für private Nutzung werden die gastlichen Räume „Gaststube“, „Brunnensaal“ und „Gewölbekeller“ gerne gemietet.

Zudem besitzt das Haus ein bisher ungenutztes Kleinod: das Hochzeitszimmer im ersten Obergeschoss.

 Trauzimmer

Trauzimmer

Dieses soll als Trauzimmer für standesamtliche Hochzeiten zukünftig genutzt werden. Eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt Drolshagen ist schon abgeschlossen.

Um diese vielfältige Nutzung des Hauses für die Bürgerinnen und Bürger aller Generationen zukunftssicher zu machen, sind bauliche Ergänzungen mittlerweile unabdingbar geworden: es gilt, alle Räume barrierefrei erreichbar bzw. nutzbar zu machen und entsprechende behindertengerechte Sanitäreinrichtungen zu schaffen.

Dies ist im denkmalgeschützten Hause selbst nicht technisch zu erreichen, sondern nur durch bauliche Erweiterungen außerhalb des jetzigen Gebäudes.

Zudem ist ein verbessertes Raumprogramm erforderlich geworden: die beliebte öffentliche Bücherei „Buchstube Heinrich Bone“ platzt aus allen Nähten und hätte gerne eine Erweiterung. Ein weiterer Mangel besteht in fehlenden Keller- bzw. Lagerräumen – sowohl für den Hausmeister als auch für den Verein und die Buchstube. 

Der Vorstand hat deswegen in den vergangenen Jahren immer wieder Überlegungen angestellt. Vorausgegangen waren bekanntermaßen Planungen der „Bürgerstiftung für Drolshagen“, auf dem Gelände des Heimatvereins ein Kulturhaus (ob als separat stehendes Haus oder als Anbau) zu errichten. Dieses Projekt konnte nicht verwirklicht werden.

Durch einen Impuls auf einer Veranstaltung der Kreis-CDU im Bahnhof Hützemert wurde die Idee geboren, die Fördermöglichkeiten des Landes NRW „Förderung des Heimatgedankens“ zu nutzen. So begannen die Überlegungen der Bürgerstiftung und des Heimatvereins für eine Erweiterung des Heimathauses durch einen Anbau, mit dem alle oben genannten Erfordernisse erfüllt werden können:

Barrierefreiheit für alle Etagen, behindertengerechte Toiletten, Erweiterung der Buchstube, zusätzliche Lagerräume und, das war nun noch ein weiterer sehr positiver Effekt: Errichtung von Räumlichkeiten, für die in Drolshagen ein echter Mangel herrscht, Räumlichkeiten für kulturelle Nutzung und Bildungsarbeit aller Art: für Chorproben, für Musikunterricht, für kunstgewerbliche Aktivitäten, für Tanz- oder Yogagruppen, für Theaterproben und und und. Häufig musste der Vorstand entsprechende Anfragen aus den vielfältigen Drolshagener Gruppen und Vereinigungen abschlägig bescheiden.

Mit einem Entwurf für diesen Anbau wurde die Drolshagener Architektin Eva-Maria Nebeling beauftragt, die die Ideen für eine Erweiterung des Heimathauses in vorläufige Entwürfe kleidete. Diese wurden im Vorstand des Heimatvereins auch gemeinsam mit der Bürgerstiftung diskutiert und kritisch gewertet. Die wesentlichen Punkte des Denkmalsschutzes wurden mit der Stadt Drolshagen und dem Denkmalamt in Münster diskutiert, und deren Hinweise und Anregungen wurden berücksichtigt.

Daraufhin hat der (antragsberechtigte) Heimatverein eine Förderung bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung in Düsseldorf über die Bezirksregierung Arnsberg für einen Anbau an das Heimathaus beantragt.

Der Bauantrag wurde am 08.12.2020 der Bauaufsichtsbehörde des Kreises Olpe und dem Bauamt der Stadt Drolshagen übergeben.

 

Aufgrund der Pandemielage wird der Besuch von Frau Ministerin Ina Scharrenbach in Drolshagen zur Übergabe des Förderbescheids zu unserem Anbau an das Heimathaus verschoben. Die Veranstaltung findet also nicht, wie ursprünglich geplant, am 31.03.21 statt sondern an einem späteren, noch nicht festgelegten Termin. 


Ministerin bringt 890.000 Euro mit

Aus der Idee eines Kulturzentrums von vor über zehn Jahren wird Realität.
NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach überreicht Förderbescheid persönlich

Westfalenpost vom 23.03.2021   Autor: Josef Schmidt

 Das ist inmitten der Corona-Tristesse doch mal eine gute Nachricht: Der Heimatverein für das Drolshagener Land darf aus den Händen von Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) persön­lich den Förderbescheid für sein Großprojekt „Heimathaus" in Empfang nehmen.

Scharrenbach hat somit eine Zu­sage von 890.000 Euro im Gepäck. Eine Zusage, die das Millionen-Projekt bringt mitten in der Rosestadt erst Realität werden lässt.

Der Heimatverein kalkuliert zwar, immer noch über 100.000 Euro selbst aufbringen zu müssen, Vereinsvorsitzender Stefan Schlös­ser ist aber überzeugt, dass das zu stemmen sein werde: ,Wir haben aus der Drolshagener Bürgerschaft entsprechende Zusagen." Auch, wenn der Anbau am Ende noch kostspieliger werden sollte, sieht Schlösser keinen Engpass in finan­zieller Hinsicht auf den Verein zu­kommen.

Bevor der erste Bagger in die An­nostraße rollt, steht also erst einmal der Ministerbesuch auf dem Ter­minplan: Ina Scharrenbach hat sich für Mittwoch, 31. März, 16 Uhr, an­gesagt. Unter dem Titel „Heimat­zeugnis" folgt der Förderbescheid in voller Höhe dem Antrag der Drolshagener.

 Stephan Schlösser zitiert aus der Homepage der Bezirksregierung: „Der Fördertopf,Heimatzeugnisse' ist für Projekte gedacht, mit denen in herausragender Weise lokale und regionale Geschichte sowie Tradi­tionen aufgearbeitet und öffentlich präsentiert werden." Adressaten sei­en Vereine und Initiativen, Gemein­den und Kreisverwaltungen. Private Projekte könnten mit bis zu 90 Pro­zent gestützt werden, die zu för­dernden Projekte müssten ein Volu­men von mindestens 100.000 Euro laben.

Rückblende: Die Idee, im Zusam­menhang mit dem Heimathaus et­was Neues auf die Beine zu stellen, gibt es bereits seit Anfang des vori­gen Jahrzehnts: Der Gründer des Heimatvereins, Prof. Dr. Hubertus Halbfas, trommelte gemeinsam mit dem Unternehmer Theo Hermann für ein neues Kulturzentrum, das mit Hilfe einer Bürgerstiftung reali­siert werden sollte. Damalige Kos­tenschätzung: rund 700.000 Euro.

Doch der Plan stieß nicht nur auf Befürworter und verschwand auch aufgrund politischen Gegenwindes wieder in der Schublade. Auch um das aktuelle Projekt gab es Kontro­versen, der amtierende Vorsitzende des Heimatvereins Stephan Schlös­ser trat kurzfristig von seinem Amt zurück, kehrte aber kurz darauf wieder ins Amt zurück. Dann bot sich plötzlich die Möglichkeit, er­hebliche Fördermittel des Landes abzurufen.

 

Stephan Schlösser zitiert aus der Homepage der Bezirksregierung: „Der Fördertopf,Heimatzeugnisse' ist für Projekte gedacht, mit denen in herausragender Weise lokale und regionale Geschichte sowie Tradi­tionen aufgearbeitet und öffentlich präsentiert werden." Adressaten sei­en Vereine und Initiativen, Gemein­den und Kreisverwaltungen. Private Projekte könnten mit bis zu 90 Pro­zent gestützt werden, die zu för­dernden Projekte müssten ein Volu­men von mindestens 100.000 Euro laben.

 Rückblende:

Die Idee, im Zusam­menhang mit dem Heimathaus et­was Neues auf die Beine zu stellen, gibt es bereits seit Anfang des vori­gen Jahrzehnts: Der Gründer des Heimatvereins, Prof. Dr. Hubertus Halbfas, trommelte gemeinsam mit dem Unternehmer Theo Hermann für ein neues Kulturzentrum, das mit Hilfe einer Bürgerstiftung reali­siert werden sollte. Damalige Kos­tenschätzung: rund 700.000 Euro.

Doch der Plan stieß nicht nur auf Befürworter und verschwand auch aufgrund politischen Gegenwindes wieder in der Schublade. Auch um das aktuelle Projekt gab es Kontro­versen, der amtierende Vorsitzende des Heimatvereins Stephan Schlös­ser trat kurzfristig von seinem Amt zurück, kehrte aber kurz darauf wieder ins Amt zurück. Dann bot sich plötzlich die Möglichkeit, er­hebliche Fördermittel des Landes abzurufen.

 Blick nach vorn

Jetzt schaut der Verein nach vorn, sehnt den Baustart herbei. Schlös­ser: "Wir hoffen, im April oder Mai beginnen zu können. Die Aus­schreibungen laufen."

Ziel: Das Heimathaus als zentra­les Kulturzentrum der kleinen Stadt modern und zukunftsfähig aufzu­stellen, größer, barrierefrei, mit be­hindertengerechten Sanitäreinrich­tungen. Dafür soll ein Anbau entste­hen, der mit dem alten Heimathaus zwar durch ein gläsernes Zwischen­stück in der Art eines Wintergartens verbunden ist, aber dennoch den Charakter eines eigenständigen Ge­bäudes erhält. In zwei Stockwerken plus Keller- und Dachgeschoss soll vielfältig nutzbarer Raum entste­hen. Allein die öffentliche Bücherei „Heinrich Bone Stube", so schreibt der Heimatverein auf seiner Home­page, platze aus den Nähten, benö­tige mehr Platz. Zudem sollen Räumlichkeiten entstehen, „für die in Drolshagen ein echter Mangel herrscht", schreibt der Heimatver­ein auf www.heimatverein-drolshagen.de. Gemeint ist Raum für Kultur- und Bildungsarbeit, für Chorproben, Musikunterricht, künstlerisches Arbeiten, für Tanz- und Yogagruppen oder für Theater­proben.

Architektin ist die Drolshagenerin Eva-Maria Nebeling. Der Bau­antrag wurde dem Kreis am 8. De­zember 2020 übergeben.

 

Lagepläne

 

Ansichten

Mit der besonderen Bauweise erscheint der Anbau wie ein nahe bei dem Heimathaus stehendes eigenständiges Gebäude, bildet jedoch mit einem gläsernen Zwischenbau mit dem denkmalgeschützten Haus eine Einheit. So kann auch die Sicht auf die Fachwerkgiebelseite weitgehend erhalten bleiben.

 

 

Auf drei Etagen sind Versammlungs-, Bildungs- oder Übungsräume für z. B. musikalische Vereinigungen vorhanden. Alle Etagen sind mit einem Aufzug und über Treppenhäuser erreichbar, der neu entstehende Innenhof bietet sich als Freiluftgelände für Musikveranstaltungen, Theateraufführungen, Biergarten oder auch Parkplatz an. Die äußere Gestalt bzw. straßenseitige Fassade wird sich wohltuend an das Innenstadtensemble der Altstadt Drolshagen einfügen, darf aber auch durchaus einen besonderen Eigencharakter erhalten.

Die Bezirksregierung hat mitgeteilt, dass der Förderantrag vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen positiven beschieden sei und der entsprechende Bescheid wurde in Aussicht gestellt.

Daraufhin wurden die Pläne des Vorstandes in einer Mitgliederversammlung am 03.06.2020 den Vereinsmitgliedern vorgestellt. Die 58 anwesenden Teilnehmer stimmten nach ausführlicher Information und Diskussion der Frage des Vorstandes, ob nun das Anbauprojekt weiter betrieben werden soll, einstimmig zu.

Wie immer bei solchen Bauvorhaben ergab sich vor der Abstimmung eine lebhafte Diskussion, in erster Linie bezüglich der damals noch offenen Gestaltung der Fassade bzw. der Fenster und Giebel. Diese äußere Gestalt des Anbaus hat inzwischen (im August 2020) eine passende Lösung gefunden.

 

Grundrisse

 Grundriss Keller - Erdgeschoss (Schnitt E)

 

Grundriss Obergeschoss - Dachgeschoss (Schnitte G - F)

 

Erdgeschoss - Obergeschoss (Wege barrierefrei)

 

Kellergeschoss - Dachgeschoss (Wege barrierefrei)

 

Weitere Schnitte