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Jahresbericht des Vorstands

auf der Mitgliederversammlung am 22.03.2017

(gekürzt)

Meine Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Heimatvereins!

Ich gebe nun einen Bericht über die letzten 12 Monate. Der Vorstand tagte 7 Mal.

Zunächst ein Rückblick auf die Programmveranstaltungen der letzten 12 Monate:

Ein besonderes Motto war 2016 „Vor 70 Jahren: Flucht, Vertreibung und die gelungene Integration“. Wir hatten dazu im April eine einwöchige Ausstellung, im Juni eine Schlesienfahrt und im Oktober ein Erinnerungstreffen dieser Fahrt im Programm.

Bei der von Klaus Strugalla gestalteten und mit vielen hochinteressanten Dokumenten, Grafiken, Fotos und Gegenständen ausgestatteten Ausstellung im Brunnensaal konnten die Besucher sich sprichwörtlich ein hervorragendes Bild von Flucht und Vertreibung machen.

Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 10. April um 11 Uhr konnte dieser Vortragsraum nicht alle Besucher aufnehmen, so viele Vereinsmitglieder, Gäste, Trachtenfrauen aus Olpe und Pressevertreter waren gekommen. Der Singekreis unter Karl Heipels Leitung und Heribert Aldenhövel an der Mandoline umrahmten die Ansprachen mit passenden Liedern. In meinen Begrüßungsworten erklärte ich, warum sich der Heimatverein mit diesem Thema befasst, unser Bürgermeister sprach Grußworte der Stadt und Hubertus Halbfas hielt einen Vortrag, der das Thema Vertreibung in einem historischen Zusammenhang darstellte.

Zur Ausstellung kamen fast 500 Besucher, wovon 2/3 aus Drolshagen und der Rest aus dem Olper Kreisgebiet, aber auch aus dem Märkischen Kreis und Kreis Siegen nach Drolshagen kamen.

Besonders erfreulich war, dass sich auch 2 neunte Schulklassen der Hauptschule Drolshagen sich das Thema anhand der Ausstellung vor Augen führen konnten. Und Klaus Strugalla wurde eingeladen in der 10. Schulklasse in Drolshagen und am St. Franziskus-Gymnasium in Olpe über das Thema zu referieren.

Der eingesammelte Spendenbetrag von 526 Euro ging zur Hälfte an die Stadt Drolshagen für Flüchtlingskinder und an Heinz Stachelscheid in Ecuador für Erdbebenopfer.

Schlesien und Polen, Krakau, Auschwitz und Breslau waren dann die Ziele unserer Fahrt im Juni in die schlesische vieler damals vertriebener Drolshagener unter der Leitung von Klaus Strugalla, der die Reise wie ein Profi vorbereitet und perfekt organisiert hatte.

Im Herbst blickten dann die Teilnehmer dieser Fahrt bei einem Erinnerungstreffen auf die einwöchige Reise zurück. Besonders schön war dabei eine von Walter Wolf erstellte und mit Musik unterlegte Diashow, so dass wir uns mit Hilfe der Fotos an die besonderen Höhepunkte erinnern, aber auch die vielen kleinen Entdeckungen und Eindrücke noch einmal vor´s Auge führen konnten.

Walter Wolf hat eine kleine Fotoshow von dieser Reise zusammengestellt. Wir möchten Sie nach Abschluss unserer heutigen Versammlung zeigen. Wer Lust hat, kann dieses quasi als Feuilleton zum Geschäftsteil des heutigen Abends genießen, es wird etwa 20 Minuten in Anspruch nehmen.

Am 13. April kamen über fünfzig Frauen, wie mir berichtet wurde, denn ich durfte ja nicht dabei sein, zum ersten Frauenabend des Heimatvereins mit dem Titel „Gestern war ich jung – heute bin ich wunderbar!“ hier in den Vortragssaal. Die Referentin des Abends Anneliese aus der Wiesche nahm sie mit auf das letzte große Abenteuer, das auf uns Menschen wartet, das Älterwerden. Die Frauen im Alter von 40 bis 85 Jahren lauschten gespannt und amüsiert dem Vortrag der Referentin. Kurzweilig berichtete sie über den Schatz an Lebenserfahrung, der sich im Alltag gebildet hat, die neue Freiheit durch Veränderungen in Familie und Ruhestand. Sie machte Mut, das Leben neu zu gestalten und mit Gelassenheit und Lebensfreude in eine neue Zukunft zu schauen.
Hanna Nock-Halbfas und Dorothee Wolf hatten diesen Abend angeregt – es war ein vielversprechender Anfang für einen regelmäßigen Frauentag im Jahresprogramm unseres Vereins. Mal sehen, ob wir ihn im kommenden Jahr noch einmal hinbekommen. Also: Bitte, meine Damen: Der Vorstand nimmt Ideen gerne entgegen!

Am 19. Oktober 2016 berichtete Dr. Peter Vitt von seiner Archiv- und Geschichtsarbeit und brachte uns die 275 Jahre Postgeschichte sowie 540 Jahre Schützengilde in Drolshagen reich bebildert nahe. Der Vortrag war wie immer gut besucht und wir sollten es auch weiter so halten, einen Vortragsabend zur Drolshagener Lokalgeschichte in unserem Programm anzubieten. Zu beiden Vorträgen hat Peter Vitt dann auch gebundene Hefte herausgegeben, die sämtlich verkauft werden konnten.

Im Herbst hatten unsere eifrigen Vereinsmitglieder Edith Zeppenfeld und Petra Lütticke eine schöne Idee, ein „bodenständiges Frühstück“ in der Gaststube und im Kaminzimmer zu organisieren. Leo Trumm steuerte besondere Brotspezialitäten bei. Diese Veranstaltung diente der Förderung des Prinzips Geselligkeit – ohne das ein Drolshagener Verein ja gar nicht existieren kann.

Das kam so gut an, dass Edith und Petra das Frühstück noch einmal im Februar am Großsonntag wiederholten, jetzt in besonderer karnevalistischer Dekoration (wobei besonders Edel Behme ihre immer passenden Dekorationsideen beisteuerte). Und weil Karneval war und irgendeiner dann noch die passende Musik anwarf, kam es direkt im Anschluss ans Frühstück mit Humba-Täterä, nicht endenden Polonaisen und Schunkeleien an der Theke und den Bänken zu einem besonders lustigen Abschluss.

Der Geselligkeit – aber diesmal mit Außenwirkung – diente auch im letzten Jahr wieder das offene Adventscafé im Brunnensaal während des von Drolshagen Marketing veranstalteten Drolshagener Weihnachtsmarktes am 2. Adventssonntag.
Der Tisch quoll über von selbstgebackenen Kuchen und Torten. Herzlichen Dank an alle fleißigen Bäcker- und Kaffeekocherinnen. Hoffen wir in diesem Jahr auf gutes Wetter, denn davon hängt ja entscheidend die Besucherzahl des Weihnachtsmarktes ab.

Unser zweiter Vorsitzender, Leo Trumm, ist nach langjähriger und erfolgreicher Amtszeit als Leiter der ersten deutschen Bäckerfachschule Olpe in den Ruhestand getreten. Quasi zum Abschluss seiner Dienstzeit gab er interessierten Vereinsmitgliedern in zwei Terminen eine Führung durch diese einmalige und auf dem neuesten Stand der Technik stehenden Bildungseinrichtung eines der ältesten Handwerke, an der schon Generationen von Bäckern ausgebildet wurden.

Im Januar war Bürgermeister Uli Berghof zu Gast in diesem Saal und gab – wie in jedem Jahr – in einer Art „Rede zur Nation“, wie es in der Presse hieß, Informationen über den Stand der politisch wichtigsten Themen unserer Stadt. Dieses „Gespräch mit dem Bürgermeister“ fand wieder guten Anklang und sollte auch zukünftig in unserem Jahresprogramm nicht fehlen.

Im Februar informierte uns unser besonders aktives Mitglied Dr. Rolf Heinen über aktuellen Stand um seine Bemühungen um den Erhalt und die industriehistorische Nutzung unseres Drolshagener Kleinods, der Eichener Mühle im Besitz der Familie Maiworm.

Vor seinem Vortrag präsentierten er und Rudi Alterauge einen „geretteten Schatz“ aus dem 19. Jahrhundert, die aufwendig restaurierten „Anschreibebücher der Gaststätte Bone“ aus dem Archiv Alterauge bzw. aus dem Gasthof Bone – besondere Stücke Drolshagener Zeitgeschichte. Die Bücher waren fast zur Entsorgung wegen giftigen Schimmelbefalls vorgesehen und sind nun fachmännisch restauriert. Hier bedanken wir uns sehr herzlich bei der finanziellen Unterstützung durch die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden und die Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen.

Am 8. März war ich sehr gespannt, wie viele Menschen zu meinem Vortrag „Ein beliebtes Hobby: Ahnenforschung“ kommen würden. Nach einer gelungenen Ankündigung in der Presse waren dann tatsächlich 48 Hörerinnen und Hörer in unser Heimathaus gekommen und Interesse an einer Vernetzung untereinander bekundet.

Fünf Mal war unser Vortragssaal voll bei der Vortragsreihe im Rahmen des Theologischen Forums von Prof. Dr. Hubertus Halbfas, diesmal mit dem hochinteressanten Thema „Aktuelle Islamforschung“.

Über die regelmäßigen Veranstaltungen
Singekreis
Plattdeutsche Runden in Drolshagen und Iseringhausen
Geschichtswerkstatt

und das Jahresheft DROLSHAGENER GESCHICHTE(n) werden gleich Karl Heipel, Gertrud Schneider, Albert Stahl und Dr. Peter Vitt berichten.

Insgesamt können wir bisher auf eine sehr gute Annahme unseres Veranstaltungsangebotes zurückblicken.

Unser Jahresprogramm endet ja erst im Herbst. Bis dahin stehen noch einige interessante Fahrten an: zweimal wollen wir unsere Partnerstadt Joure in Friesland mit jeweils 30 Personen besuchen. Einmal am 10./11. Juni und einmal am 26./27. August. Wir erhalten dort eine Führung durch Joure und eine Führung durch das dortige Museum, ein Treffen mit dem dortigen Heimatverein Us eigen Gea und eine Schiffahrt am Sonntag durch die einmalige friesische Seenwelt.

Im Juni werden wir die Zisterzienser-Abtei Marienstatt bei Hachenburg besuchen. Unser Mitglied Monsignore Schröder will uns die Klosteranlage und Kirche zeigen; an einem Ort, der für die alte Drolshagener Klostergeschichte eine besondere Bedeutung hatte.

Und im Sommer fahren wir auch wieder zum Kölner Dom, um unter ihm in den Ausgrabungen und auf dem hohen Dach mit ausgezeichneten Führungen dieses bedeutendste Bauwerk unserer weiteren Heimat kennen zu lernen. Die Fahrten waren bisher immer ausgebucht – und so lang das so ist, werden wir auch in Zukunft dieses Angebot im Programm beibehalten. Ich kann erst am 03.04. die Anmeldung vornehmen und plane den Dombesuch für den 10. August (Donnerstag).

Im September werden wir dann unser nächstes Jahresprogramm veröffentlichen, wofür schon einige Ideen auf dem Tisch liegen. Sie, liebe Vereinsmitglieder, können gerne mit Vorschlägen oder sogar eigenen Veranstaltungsangeboten zu uns kommen.

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Soweit zum Programm. Unser Heimathaus wurde im zurückliegenden Geschäftsjahr von externen Nutzern wieder häufig und gerne angenommen. Es dient mit seinem reichen Raumangebot und gastronomischen Möglichkeiten wie bisher anderen Vereinen, politischen Gremien und für Familienfeiern Möglichkeiten der unterschiedlichsten Nutzung. Die Einnahmen aus den Vermietungen tragen natürlich zum Ausgleich der Kosten, die das Haus verursachen bei. Näheres erfahren wir gleich im Kassenbericht, in dem unser Schatzmeister Winfried Behme auch (das will ich schon mal verraten) mitteilen kann, dass unser Verein durch Beitritte wächst, was uns natürlich besonders freut. Mittlerweile stehen 443 Vereinsmitglieder in unserer Liste.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an unser Hausmeisterpaar Frau Prinz und Herr Schünke. Sie halten das Haus innen und außen immer zuverlässig ansehnlich und sauber.

Sehr gerne möchte ich auch dieses Jahr wieder einen besonderen Dank an Edel Behme aussprechen, die immer für einen sehr stilvollen, der Jahreszeit angemessenen Schmuck des Hauses sorgen – sowohl innen als auch mit dem wunderschönen Blumenschmuck außen am Haus.

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Mit dem Team der öffentlichen Bücherei in unserem Hause „Bücherstube Heinrich Bone“ unter der Leitung von Simone Stachelscheid haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Unser W-Lan-Zugang erleichtert dem Team die Arbeit.

Im Herbst 2016 machten wir unser Versprechen wahr und haben das private Musikinstrumentenmuseum Jacobi in Köln mit anschließendem Essen in einem Kölner Brauereilokal besucht – und zwar aus Dank für die alten Vorstands-mitglieder Klaus Strugalla und Klaus Schreiber sowie für den immer treuen Maler Ludwig Clemens, der auch schon so viele Stunden zur Erhaltung der Anstriche im und am Hause beigetragen hat. Natürlich waren die Gattinnen der drei mit dabei.

Über die Ordnung und die Zukunft unseres großen Archivs mit Büchern, Zeitschriften, Dokumenten, Bildern, Fotos, Dias und weiteren Archivalien haben wir uns mehrfach besprochen. Karl-Heinz Harnischmacher ist mit seiner Arbeit am elektronischen Findbuch des Archives wieder ein gutes Stück weiter gekommen. Dabei entdeckte er auch so manchen Schatz, den wir demnächst an die Öffentlichkeit bringen wollen.
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Der Vorstand hat begonnen, intensivere Kontakte zu den benachbarten Heimatvereinen aufzunehmen. Begonnen hat er mit dem HV Eckenhagen und hat dort das sehr zu empfehlende kleine Heimatmuseum besucht. Im gemeinsamen Gespräch der Vorstände wurde auch eine Zusammenarbeit vereinbart, um über die mentale / gedachte-empfundene Grenze zwischen dem Sauerland und dem Oberbergischen hinauszuwachsen. Das Museum des Heimatvereins Eckenhagen ist sonntags von 11 – 17 Uhr geöffnet.
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Hinweisen möchte ich noch auf eine Geburtstagsfeier, die der Kreisheimatbund am Sonntag, den 27. August auf der Burg Bilstein, dem Ort der Geburt unseres Kreises Olpe vor 200 Jahren, veranstaltet. Entsprechende Flyer und Erinnerungszettelchen erhält jeder gleich an der Tür.


Mit einem herzlichen Dank an Sie, die Sie unseren Verein mit Ihrem Engagement, Ihren Veranstaltungsbesuchen, natürlich auch mit Ihrem (wahrlich geringen) Jahresmitgliedsbeitrag von 10 Euro, mit Ihrer Werbung für unseren Verein und mit Wohlwollen treu unterstützen,

möchte ich diesen Vorstandsbericht schließen.

Dr. Stephan Schlösser (Vorsitzender)