English

Dorfleben

Sauerländer Dorfleben, wie es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Haus und Hof, Landarbeit, Brauchtum und Feste, die Jahreszeiten und das Denken der Menschen bestimmte – in Hochdeutsch und in Drolshagener Platt.

ZUM GELEIT

Tausend Jahre hindurch hat bäuerliches Leben unsere Dörfer geprägt. In den Häusern lebten Menschen und Tiere zusammen. Kuh, Ziege und Schwein im Stall, Hühner rings ums Haus, der umzäunte Küchengarten nebenan, alle Arbeit, auch die der Handwerker, auf Vieh, Wald und Feld bezogen.
In den letzten Jahrzehnten ist diese Welt entschwunden. Stall und Scheune sind umgenutzt. Wo Garten war ist jetzt Rasen. Die Häuser wurden modernisiert, langsam verstädtert das alte Dorf, von den Bewohnern kaum wahrgenommen. Zur Arbeit fahren die meisten aus dem Dorf hinaus. Sie kommen mit neuen Erfahrungen, Ideen und Wünschen zurück. In die Dorfschulen, die 1968 aufgegeben wurden, sind die meisten nicht mehr gegangen. Bald wird auch der Rückzug der Kirche zu spüren sein. Das „Kirchspiel Drolshagen“ verliert schon im nächsten Jahrzehnt seine tausendjährige seelsorgerliche Eigenständigkeit. Auch an der Glaubenswelt, an Bräuchen und Festen, gehen diese Veränderungen nicht spurlos vorbei — aber niemand hat die Phantasie, sich vorzustellen, wie das Leben sich weiter wandeln wird, wie unsere Nachkommen in fünfzig, in hundert Jahren ... leben, denken und glauben werden.
Umso wichtiger ist es, nicht zu vergessen, woher wir kommen und wie unsere Vorfahren lebten. Bald wird ‘es die Generation, die noch mit Kuh und Ziege im eigenen Haus heranwuchs, nicht mehr geben. Die Zeugen einer Welt, die noch der letzte Saum des Mittelalters berührte, lassen sich dann nicht mehr befragen.
Mit diesem Buch aber bleibt allen späteren Generationen ein Gesprächspartner erhalten. Albert Stahl erzählt, wou dat in siener Kinger- un Jungendtied tauging, wou et freuher bie iamme te Heime wor, wat sou im Duarrepe vüarfeil, un wou wall dei Lüh iübber Guadd un de Welt dachtent. Er tut es in Platt und in Hochdeutsch: Ein wunderbarer Nachruf auf eine verdämmernde Sprache und eine untergegangene Welt, die aber humane Maßstäbe hatte, die weiterhin gelten.
Hubertus Halbfas

535 Seiten, fester Einband, ca. 200 Fotos, Preis: 17,80 EUR

Dorfleben laden...

Kriegszeit und Kriegsende im Drolshagener Land

Von Halbhusten bis Lüdespert, von Alperscheid bis Belmicke reichen die Berichte. Dazu kommen Dokumentationen, die bis heute niemand kennt: Der damalige Drolshagener Pfarrer, Dechant Josef Kleeschulte, notierte seine Sicht der Dinge in der Pfarrchronik. Hauptlehrer Dr. Karl Zillgens schildert sein Bemühen, ein DRK-Lazarett in der Schule unterzubringen, um Schule und Umgebung zu schützen. Erstmals erfahren wir von einem Standgericht in Benolpe. Amtliche Rundschreiben schildern die Schule in den letzten Kriegsjahren zwischen Kartoffelkäfersuchen und Fliegeralarm. Die Oberin des St.-Gerhardus-Hauses berichtet über die Verhältnisse in Krankenhaus und Militärlazarett. Es folgen Berichte über Soldatenzeit und Gefangenschaft. Erstmals wird die vollständige Liste aller Kriegstoten, Vermissten und für tot Erklärten veröffentlicht.

Aus der Summe der Berichte ragt ein Vorgang heraus, der sich bisher der Kenntnis fast aller Drolshagener entzog: Kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen war eine letzte "Geheimwaffe" des Krieges ein monströser Panzer, Sturmtiger oder Sturmmörser genannt, nach Drolshagen beordert worden und bekam den Befehl, eine seiner verheerenden Raketen vom Herrnscheid aus auf den Kirchturm zu schiessen. Der damalige Kommandant dieses Panzers, Karl Hubert Doll, verweigerte sich mit seiner Besatzung diesem Kommando, weil nach den Erfahrungen, welche die Stammbesatzung in voraufgegangenen linksrheinischen Kämpfen mit den 38er Raketen gemacht hatte, Drolshagen und seine Bewohner kaum überlebt hätten. Die Explosionskraft dieser Rakete hätte Hunderte Drolshagener durch Lungenriss töten können. In diesem Buch schildert der verweigernde Panzerleutnant Doll, der heute 90 Jahre alt ist, die Ereignisse.

304 Seiten, fester Einband, 70 Abbildungen, EUR 12,-

Hubertus Halbfas, Kriegszeit und Kriegsende im Drolshagener Land

Dorfleben laden...

Husten

Geschichte eines Dorfes im Drolshagener Land

Das übersichtlich gegliederte Werk fußt auf gründlichen Quellen und Literaturstudien und auf Befragungen von Dorfbewohnern. Es beginnt mit knappen Ausführungen zur Siedlungsgeschichte des Drolshagener Landes. Auf eine Zusammenstellung urkundlicher Nachrichten von der ersten Erwähnung des Ortes bis 1781 folgen Kapitel über die Grundherrschaftlichen Verhätnisse in Husten, die Land- und Waldwirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart, den ehemaligen Bergbau in der Umgebung des Dorfes und das Verkehrwesen. Anschaulich schildert Annelene Scheele den Wandel der Lebensverhältnisse in den letzten 150 Jahren.
Günther Becker

288 Seiten, gebunden, EUR 12,-

Annelene Scheele, Husten - Geschichte eines Dorfes im Drolshagener Land

Hinger unsem Huse

Gedichte und Geschichten in Drolshagener Mundart

Für mich seit den Erstlingsbänden von Christine Koch die ›existentiellste‹ Mundartlyrik unseres Raumes.
Peter Bürger, Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe

Die Gedichte von Heinrich Schürholz sind der Ausdruck einer Naturfrömmigkeit, wie sie sich in der Tradition des Drolshagener Landes niemals artikulierte. Sie spiegeln eine Reinheit des Denkens, eine Verbundenheit mit der Schöpfung und eine Liebe zur Heimat, die über unsere Zeit hinaus Recht und Größe bewahren.
Hubertus Halbfas

104 Seiten, Leinen, EUR 10,-

Heinrich Schürholz, Hinger unsem Huse, Gedichte und Geschichten in Drolshagener Mundart